AutorKirsten Kahler

Sich einen Text zu eigen machen

Angenommen, Sie sind eine vielbeschäftigte Führungskraft. Zu Ihren Aufgaben gehören neben dem Tagesgeschäft auch Vorträge, Video-Botschaften, Grußwörter. Aus Zeitgründen formulieren diverse Mitarbeiter diese Texte für Sie. Aber wenn Sie dann den Vortrag halten, fühlen Sie sich ferngesteuert. Und für andere wirkt der Text womöglich abgelesen. Ist Auswendiglernen die Lösung? Nein, bloß nicht!

Mein Tipp: führen Sie den ausformulierten Fremdtext auf Ihre persönlichen Stichworte zurück. Und das geht so:

  1. Sie lassen sich den Text als Datei geben. Nicht als Papierversion.
  2. Sie MÜSSEN diesen Text wenigstens einmal für sich selbst durchgehen. Sie „durchleben“ die Argumente und machen sie so zu Ihren eigenen (oder Sie streichen sie). Können Sie sich mit jedem einzelnen Argument verbinden? Können Sie sich das Gefühl vorstellen, es auszusprechen? Wenn nicht, weg damit!
    • Dieser Durchgang ist für diese Methode unumgänglich, sonst funktioniert sie nicht. Es mag am Anfang noch Konzentration erfordern, später gelingt es Ihnen en passant. Man braucht dafür keinen Schreibtisch. Es geht auch auf der Autorückbank oder im Flieger.
  1. Sie dampfen den Text in der Datei ein:
  • Variante 1: Sie markieren farblich die Schlüsselwörter in den Sätzen.
  • Variante 2: Sie lassen pro Satz nur die Schlüsselwörter stehen und ersetzen alle anderen Wörter durch Striche. Das sieht in etwa so aus:
    • Das wichtigste – – – sagen- – Umsatz – – – stolz —- feiern!
  1. Sie drucken den Text aus und kleben ihn bei Bedarf auf Moderationskarten.
  2. Sie probieren den Vortrag mit dem reduzierten Text einmal aus. Aber nur, wenn Sie Zeit dafür haben!

Wenn Sie dann den Vortrag halten, werden Ihnen trotz der wenigen verbliebenen Worte im Skript die Argumente wieder einfallen. Und Sie werden sie in Ihren Worten formulieren. Echt und authentisch. Überzeugend und leidenschaftlich. Die Befürchtung, dass Ihnen die Füllwörter aus den Sätzen fehlen werden, ist unbegründet. Denn Sie finden Ihre eigenen.

Aber bitte beherzigen Sie: diese Methode funktioniert nur, wenn Sie sich zu Beginn ein, zwei Mal mit diesem Fremdtext verbinden.  Nur dann finden Sie während des Vortrags wieder intuitiv in das Thema hinein.

Ihr wärt gern wie ich

Egal, wie schlecht die Nachricht ist, die Sie zu verkünden haben:  Ihr Publikum honoriert schon allein die Tatsache, dass Sie sich zeigen – ob nun auf der Bühne oder im Video. Wenn Sie beispielsweise auf einer Mitarbeiterversammlung für Sparmaßnahmen werben müssen, werden Ihnen natürlich Aggression und Ablehnung entgegenschlagen. Aber genauso viele Menschen werden Sie für diesen Auftritt respektieren. Denn Sie zeigen Mut und Aufrichtigkeit in der Sache. Sie zeigen Ihr Gesicht.

Und es gibt noch einen weiteren Faktor: Ein Auftritt vor Publikum erzeugt per se Bewunderung. Denn Sie stehen oben auf der Bühne, das Publikum sitzt unten. Sie sind bildfüllend im Video zu sehen, der Zuschauer bleibt ungesehen im Dunklen. Sie sprechen, er muss schweigen. All diese Details wirken unbewusst und erzeugen zusätzlich Respekt und Anerkennung. Wenn Sie sich dieser unbewussten Vorschusslorbeeren bewusst sind, werden sie Ihnen über etwaige Anfangsnervosität und Lampenfieber hinweghelfen. Der Satz „Ihr wärt gern wie ich“ könnte Ihr Mantra sein.

Und natürlich hilft Ihnen dieser ‚Bühnen-Faktor‘ auch bei neutralen und positiven Botschaften! Dann erst recht!

Wohin mit den Händen?

Der Vorteil eines Stehpultes ist, dass man sich dahinter verstecken kann. Aber leider sind Pulte out. Am angesagtesten sind freie Vorträge mittels Prompter oder Mnemotechnik. Wohin dann mit den Händen?

Namhafte Vortragsredner empfehlen, sich überhaupt nicht um die eigenen Hände zu kümmern. Nach dem Motto: wenn ich mich mit mir wohlfühle, dann passt meine Handhaltung/Gestik zu mir. Genau dieser Meinung bin ich auch, denn auch ich denke: Schönheit kommt von innen! Mit der geeigneten Einstellung zu sich und zur Situation wirken Sie authentisch. Und Authentizität schlägt alles.

Wenn Sie trotzdem ein paar Leitplanken suchen – hier sind sie:

  1. Unterstreichen Sie mit Ihren Händen Ihre Aussagen. Dies wirkt noch natürlicher, wenn Sie während Ihres Vortrags leicht auf und ab gehen können.

Wenn Ihre Gestik dezenter wirken soll, bewegen Sie Ihre Hände im Bereich zwischen Gürtellinie und Brust. Das geht so: zuerst lassen Sie Ihre Arme seitlich am Körper hängen. Dann winkeln Sie die Unterarme etwas an und lassen zwischen Ellenbogen und Körper eine Winzigkeit Luft.  In dieser (Ellenbogen-)Position ist alles erlaubt: Sie können mit Unterarm und Händen kreisen, Bögen beschreiben oder anderweitig Ihre Aussagen unterstreichen. Es wirkt nicht übertrieben, weil Sie Ihre Hände nur leicht über der Gürtelhöhe halten.

  1. Sie verwenden Moderationskarten. Egal, ob Sie drauf schauen oder nicht – sobald Sie etwas in den Händen halten, entwickelt sich eine natürliche Gestik. Manche Redner benutzen Moderationskarten ausschließlich, um ihre Hände zu beschäftigen. Ihnen ist das zu offensichtlich? Nun ja, wenn es Sie beruhigt, ist es für den Anfang besser als nichts.
  2. Wenn Sie vor dem Vortrag (oder im Interview) auf ihr Stichwort warten: lassen Sie den einen Arm in der angewinkelten Position, den anderen lassen Sie neben dem Körper hängen. Das sieht elegant und natürlich aus.

Sie können auch beide Unterarme einfach in der angewinkelten Position belassen. Sie können die Fingerspitzen der beiden Hände leicht verhakeln, oder die Fingerspitzen aneinanderlegen, oder Sie legen den Handrücken der einen Hand in die Handfläche der anderen.

Meine persönlichen No-Gos: Hände in den Hosentaschen, verschränkte Arme und die Merkel-Raute. Erstere wirken auf mich, als hätten Sie etwas zu verbergen. Letzteres wirkt außerordentlich gekünstelt.

Ihr Lieblings-Zuschauer

Bei einer persönlichen Unterhaltung schaut man dem Gegenüber ins Gesicht. Bei einer Video-Botschaft gibt es nur die Kamera. Und sie sendet womöglich noch nicht einmal live. Also nicht nur kein Gesicht zu sehen, sondern tatsächlich (noch) keines da! Kann man trotzdem eine Verbindung zu dem späteren Zuschauer aufbauen?  Man kann! Diese Herausforderung teilen Sie mit sämtlichen TV- und Radiomoderatoren. Das Geheimnis: Stellen Sie sich Ihren idealen Zuschauer in der Phantasie vor – in welcher Situation ist er gerade? Aus welchem Umfeld kommt er? Wie sieht er aus? In welcher Stimmung ist er? Es mag Ihnen wie Hokuspokus vorkommen, aber man sieht und hört es Ihrem Vlog an, ob Sie einen solchen Zuschauer-Idealtypus vor Augen hatten oder ob Sie ins Leere geredet haben. Wer ins Leere spricht, wirkt nach innen gekehrt. Und das kappt den Draht zum Publikum.

 

Laangsaam!

„GutenTagmeineDamenundHerren, wieschöndassichvorIhnensprechendarf………“ Puh! Schnellsprecher hoffen, dass sie durch hohes Vortragstempo frisch und präsent wirken.  Nur ja niemanden einschläfern! Aber sie erreichen genau das Gegenteil. Sie ermüden ihr Publikum.  Das muss sich nämlich anstrengen um zu folgen, es reagiert genervt und – noch schlimmer – es zweifelt alsbald an Ihrer Glaubwürdigkeit. Denn Menschen spulen beim natürlichen Sprechen ja auch keinen fertigen Text ab, sondern sie entwickeln ihn zeitgleich in ihren Gedanken. Dadurch entstehen Pausen und Tempowechsel.  Das gilt umso mehr, wenn Sie in Ihrem Gegenüber etwas bewirken wollen, wenn Sie also Emotionen und Appelle transportieren. Also: versuchen Sie es mit dem halben Tempo und machen Sie Pausen zwischen den Sätzen!

Kleiner Heimvorteil: wer nicht schneller spricht als er mitdenken kann, verhaspelt sich seltener und verliert nicht so bald den Faden.

Kurz, knapp, Statement

Es gab einmal eine Zeit, in der konnte man mit geschlossenen Augen erkennen, welcher Partei ein Politiker angehörte – man brauchte nur ein Statement von ihm im Fernsehen zu hören. Hing er mit der Stimme in der letzten Silbe oben, war er sicher von den Grünen oder der Linken. Wenn er stimmlich „gelandet“ war, kam er aus anderen Parteien. Was war da los? Ganz einfach: Das Statement war von der Redaktion am Ende abgeschnitten worden, offenbar, weil es zu lang war oder zu viele Aspekte enthielt.

Noch heute sind die Fehler, die zu diesen gekappten Statements führen, dieselben. Und sie können jedem passieren: Politikern wie Kommunikatoren, CEOs oder Experten. Der Verfasser ist zu wenig inhaltlich fokussiert, die Argumente sind zu wenig strukturiert und deshalb gerät das Statement zu lang und zu unscharf. Der O-Ton-Geber hat einfach „zu viel gewollt.“ Die Redaktionen schneiden sich deshalb das Beste heraus – und das sicherlich nicht immer im Sinne des Erfinders. Das gilt übrigens für Print, Radio und TV gleichermaßen.

Das Wollen

Tipp 1:

Formulieren Sie für sich im Stillen Ihre Botschaft in einem einzigen Satz. Damit haben Sie den Kern Ihrer Message. Um diesen Kern herum sammeln Sie die nötigen Argumente – und nur die nötigen. Den Rest streichen Journalisten sowieso.

Tipp 2:

Formulieren Sie konzeptionell. Das bedeutet: Formulieren Sie in ganzen Sätzen und benennen Sie die Dinge, anstatt sie durch Fürwörter/Pronomina zu ersetzen, wie „der, die, das“ oder „er, sie, es“. Notfalls in jedem Satz aufs Neue. Andernfalls entsteht durch Kürzung leicht ein falscher Zusammenhang. Dabei hilft es, sich den Empfänger Ihrer Botschaft als blutigsten Laien vorzustellen – übrigens gar nicht so unrealistisch in der Journalistenlandschaft.

Und überlegen Sie: Will ich informieren oder provozieren? Je nachdem brauchen Sie eine andere Herangehensweise.

Ein Beispiel: Der britische Biochemiker Terence Kealey hat angeblich herausgefunden, dass das morgendliche Frühstück den Blutzuckerspiegel für viele Stunden erhöht. Er könnte sagen: „Ich empfehle Breakfast-Cancelling, weil dies den gesamten Tag lang den Blutzuckerspiegel auf niedrigem Niveau hält.“ Stattdessen formulierte er: „Frühstücken ist das neue Rauchen“. Die sachliche Variante erzeugt Verwunderung – die provokante Variante erzeugt Widerstand. Was wollen Sie?

Die Länge

Tipp 3:

Fragen Sie die Redaktion, wie lang das Statement werden soll und halten Sie sich daran. Jede Botschaft funktioniert in jeder Länge. Es ist besser, wenn Sie kürzen, als wenn die Redaktion im Nachhinein kürzt. Wenn Sie noch keinen Abnehmer haben, gilt: TV sendet gern maximal zehn bis 20 Sekunden, Radio nimmt auch 30 Sekunden. Das entspricht vier bis fünf Sätzen.

Zeitungsredaktionen machen das genauso. Diese zerlegen Statements gern in einzelne Sätze, Satzgruppen, Satzteile. Anders ist es bei rechtfertigenden Stellungnahmen des Unternehmens in Krisensituationen. Hier sind viele Redaktionen etwas vorsichtiger und zitieren vollständiger, aber eine Garantie gibt es dafür nicht. Deshalb gilt immer: Testen Sie Ihr Statement vorab an Ihrem Umfeld. Geht’s noch kürzer?

Die Struktur

Tipp 4:

Für das Kurz-Statement hat sich eine rhetorische Form bewährt, die als Vierklang, Fünfsatz-Modell oder Zielsatz-Methode bekannt ist. Dahinter steckt die Reihung: Botschaft – ein oder mehrere Begründungen – eventuell ein Beispiel – Wiederholung der Botschaft. Das klingt verständlich, aufgeräumt und professionell.

Beispiel: Wir als Verband der Diesel-Freunde fordern eine kostenlose Nachrüstung der Dieselfahrzeuge durch die Hersteller. Schließlich haben die Autoproduzenten die technischen Möglichkeiten und die Verantwortung. Die Autofirmen haben die fertige Nachrüstungstechnik in der Schublade und sie konnten außerdem die Dieselkrise ahnen. Deshalb sind die Kfz-Hersteller in der Pflicht, die Diesel-Autos kostenlos nachzurüsten.

Die eindrucksstärkste Begründung setzen Sie in Ihrer Reihung an die erste Stelle, denn falls Journalisten kürzen müssen, kürzen sie von hinten.

Zusatztipps: Vor Mikrofon und Kamera

Tipp 5: Sprechtempo

Sprechen Sie langsamer als üblich. Dann ist es vermutlich für Ihre Zuhörer und Zuschauer schon schnell genug. Denn Ihr Sprechtempo, das im Interview dynamisch und leidenschaftlich klingen mag, kann in einem isolierten Statement durchaus eilig, fahrig oder ungeduldig wirken.

Tipp 6: Bildhintergrund

Lassen Sie sich nicht vom Kamerateam vor einen widersprüchlichen Hintergrund stellen. Ihre Message zum reibungslosen Zusammenspiel Ihres Topmanagements wird vor dem Hintergrund einer Baustelle zur Lachnummer. Das Kamerateam muss dies gar nicht bös gemeint haben – Termindruck reicht für solche Text-Bild-Scheren völlig aus. Also nehmen Sie eine Begleitung mit zum Dreh, die mit „Kamerablick“ den Set überprüft. Diese Begleitung hat außerdem dafür zu sorgen, dass die Kamera nicht gegen Ihre Erlaubnis vor oder nach dem Statement Aufnahmen von Ihnen macht.

Zum Schluss noch ein Plädoyer für das Radio- und TV-Statement. Viele scheuen es und ziehen sich auf schriftliche Stellungnahmen zurück, weil sie Manipulationen an Bild und Ton befürchten. Die Angst ist berechtigt. Aber das gesprochene Wort ist nun einmal in seiner positiven Öffentlichkeitswirkung nicht zu toppen. Selbst wenn Ihre Aussagen aufs Schlimmste beschnitten wurden, so haben Sie Ihrem Unternehmen Gesicht und Stimme gegeben. Ihre Kunden werden Sie dafür lieben. Denn wer vertraut schon einer gesichtslosen Firma?

Der Artikel ist in ähnlicher Version im März 2018 auf Pressesprecher.com erschienen.

#happyhartz – Ein Lehrstück in Sachen Vertraulichkeit

Im Dezember 2017 sorgte eine Hartz-IV-Werbekampagne für Furore im Netz. Wie sich herausstellte, war sie ein Fake, enthüllt von einem Reporter des Deutschlandfunks. Zum Ärger des Initiators, denn der hätte sich gern selbst geoutet und hatte dafür vorsorglich auf die Kooperation mit diversen Medien vertraut. Was ist da schiefgegangen?
ein Kommentar von Kirsten Kahler                                                                                                                                                                                                                 
Wie konnte er nur? Da hat doch dieser windige Reporter die ganze Story ruiniert! Wieso hat der sich denn nicht an die vereinbarte Vertraulichkeit gehalten? – Die Empörung bei dem Verein Sanktionsfrei ist groß. Mit der Guerillakampagne „Happy Hartz“ wollten die Aktivisten auf Missstände in der Arbeitslosenunterstützung hinweisen, aber ein Redakteur vom Deutschlandfunk hat die Geschichte dreist vorab enthüllt.

Der Verein klagt, der Journalist habe sich nicht an die vereinbarte Vertraulichkeit gehalten. Der berichtete über die Kampagne, nachdem er herausgefunden hatte, dass die zynisch inszenierte Werbekampagne für Hartz IV ein Fake war. Dabei sei er nicht der Erste und nicht der Einzige gewesen, der bei der verantwortlichen PR-Agentur angerufen habe, ließ der Verein in einer Pressemitteilung wissen. Wie er seien auch andere Journalisten ins Vertrauen gezogen worden. Doch nur er hat die Story vorzeitig gebracht.

Der DLF-Redakteur verteidigte sich, er habe mit der Veröffentlichung nicht warten können. Das Thema war in den Sozialen Medien immer heftiger diskutiert worden und wurde deshalb aus journalistischer Sicht immer relevanter.

Wie steht es denn nun mit der Vertraulichkeit?
Normalerweise läuft es ja so: Der Informationsgeber bittet den Redakteur um Vertraulichkeit, der akzeptiert diese Bedingung und hält die Füße bis zum vereinbarten Zeitpunkt still. Nur so funktioniert es übrigens auch in der Politik, wenn aus Hintergrundgesprächen nur indirekt oder gar nicht zitiert werden darf – bekannt in der Formulierung „unter zwei“ oder „unter drei“.

Warum lässt sich der Journalist darauf ein? Aufgrund eines höheren Interesses. Entweder ist ihm klar, dass er andernfalls aus dieser Quelle nie wieder eine solch wertvolle Information erhalten wird (Zitat Sanktionsfrei: „Der Sender hat das Rennen gewonnen, aber unser Vertrauen verloren.“). Oder ihm wurde versprochen, dass er zu einem späteren Zeitpunkt noch mehr Details erfährt, die ihm letztlich eine attraktive, runde Story verheißen. Lerne: Man kann mit Journalisten prinzipiell verhandeln.

Das öffentliche Interesse hat Vorrang
Nur leider sieht die Realität häufig anders aus. Denn Informationsgeber und Redakteur meinen oft nicht dasselbe. Die Bedingungen werden nur mündlich abgemacht. Der Informationsgeber glaubt, er habe die Vertraulichkeit verbindlich vereinbart, der Redakteur wertet dies als bloße Bitte – und berichtet dann doch.

Eigentlich müsste da eine schriftliche Vertraulichkeitsvereinbarung her, denn sie ist gerichtlich einklagbar. Aber faktisch nutzt das sowieso nichts, denn die umstrittene Neuigkeit ist ja dann trotzdem schon in der Welt.

Noch brisanter wird es, wenn die Story eskaliert und immer mehr Bevölkerungskreise betrifft. Dann gerät die Redaktion unter Zugzwang, denn der Journalismus ist nun einmal dem öffentlichen Interesse verpflichtet. Wenn also – wie hier – die Reaktionen im Netz immer massiver werden, wenn sich Verunsicherung breit macht, wird sich die Redaktion zur Berichterstattung verpflichtet sehen. Egal, ob vorher Vertraulichkeit vereinbart wurde oder nicht.

Das hätten auch der Verein und die verantwortliche Agentur wissen müssen. Doch so haben sie ein Lehrstück bereitet, ein Stück über das sensible Vertrauensverhältnis von PR und Journalismus.

Der Kommentar ist im Dezember 2017 auf Pressesprecher.com erschienen.

Was wir von Theresa May lernen können

Mensch, Mrs. May! Wie sah wohl Ihr Abend nach Ihrer Parteitagsrede in Manchester im Oktober 2017 aus? Haben Sie Ihren Büroleiter gefeuert, weil der störungsfreudige Komiker Simon Brodkin eine ganz reguläre Akkreditierung erhalten hatte? Dem Event-Team gekündigt, weil Buchstaben des Parteislogans im Hintergrund einfach herunterfielen? Oder die herbstlichen Erkältungsviren verflucht? Oder waren es am Ende doch die eigenen Emotionen?

Unter allen schiefgegangenen öffentlichen Reden hält der Auftritt der britischen Premierministerin auf dem Tory-Parteitag in Manchester Anfang Oktober sicherlich einen Pannenrekord. Umso erstaunlicher, mit welcher Souveränität Theresa May ihn gemeistert hat. Nicht alles lief rund, doch vieles schon.

Die Höhepunkte der “Pannen-Rede” im Video, zusammengestellt von der britischen Zeitung The Guardian.

1. Was tun, wenn die Stimme wegbleibt?

Die Situation

Theresa May räusperte sich durch ihre Rede. Husten und Räuspern ließen die Stimme immer brüchiger klingen, später nahezu weinerlich. Das ist ein hoher Preis, um eine Rede unbedingt zu Ende bringen zu wollen. In diesen Momenten leidet auch das Publikum. Die Aufgabe für den Redner: Verhindern Sie, dass es sich vollends verschämt abwendet!

Die Reaktion

Theresa May rettete der Hustenbonbon, den ihr Parteifreund Philip Hammond anreichte. Mays Schlagfertigkeit – „Es ist das erste Mal, dass der Finanzminister Geschenke macht“ – und das Lutschen dieses Bonbons und weiterer Pastillen während der Rede versöhnten das Publikum mit der anstrengenden Situation. Man beachte: Den Großteil ihrer Rede bestritt May fortan mit vollem Mund!

Ein weiteres Lehrstück, das sich aus Mays Reaktion ableiten lässt: Macht Ihnen ein Zuschauer aus dem Publikum in guter Absicht ein Geschenk, bauen Sie es in Ihren Auftritt ein oder lassen es wenigstens sichtbar auf dem Pult liegen. Eine engere Verbindung zu Ihrem Publikum ist kaum herstellbar!

Der Profi-Tipp

Was hilft nun, wenn man wirklich heiser und angeschlagen auf die Bühne gehen muss? Manche schwören auf Kombipräparate, manche auf Kehlkopf-Übungen und manche auf einen Plan B. Vielleicht lässt sich die Rede in Etappen aufteilen? Vielleicht lässt sich das Programm umstellen? In jedem Fall hilft es, eine Alternativ-Option parat zu haben. Denn allein die Tatsache, dass ein Plan B existiert, entspannt Brust, Schluckapparat und Stimme. Und das Hirn sowieso.

Und eine weitere Empfehlung aus der German Speakers Association: die „So-tun-als-ob“-Methode. Ihr Erfinder Hans-Uwe L. Köhler schwört darauf – wenn er sich vor dem Vortrag schon krank fühlt, bereitet er sich trotzdem haargenau so vor, als ob er kerngesund sei: gut essen, schick anziehen, unter die Leute gehen, sich auf den Auftritt freuen. So trägt ihn seine Motivation durch den Vortrag.

Womit wir bei der Psyche wären. Häufig sind es Stress und Aufregung, die auf die Stimme schlagen. Und hier ist es ganz einfach: Sobald Sie Ihre persönliche Stimmung akzeptieren, verschwinden Husten und Heiserkeit. Emotionen bahnen sich immer ihren Weg. Wenn man sie wegdiskutiert, reagiert der Körper anderswo. Und zwar unberechenbar und ohne Vorwarnung. Wenn Sie es also irgendwie können, formulieren Sie Ihre Stimmung. Sei es hinter der Bühne oder auf der Bühne. Vorformuliert im Redetext oder spontan.

2. Was tun mit Störern?

Die Situation

Komiker Simon Brodkin pirschte sich zur Bühne und reichte der Premierministerin ein Entlassungsschreiben. Er redete dabei hörbar laut. Er ist damit kein Zwischenrufer, der mit inhaltlicher Kritik den Vortrag voranbringen will. Brodkin ist ein Störer. Auf Zwischenrufer sollte man eingehen. Aber Unruhestifter?

Die Reaktion

Theresa May nimmt das Schreiben hinter dem Pult an – für Fotografen unsichtbar – und legt es auf den Boden. Bravo! Sie hat die Show des Komikers beendet (er hat kein zweites Formular dabei) und es ist keine peinliche Fotoszene entstanden.

Der Profi-Tipp

Smile, please! Theresa May hätte ein bisschen mehr lächeln dürfen. Damit hätte sie der Situation ein wenig die Wucht genommen. Stattdessen sprach sie ihren Text stoisch weiter, was ihr Image als emotionsloser „Maybot“ noch betont haben dürfte.

3. Was tun bei Bühnenpannen?

Die Situation

Während der Rede der britischen Premierministerin lösten sich nach und nach Buchstaben aus dem Parteislogan im Hintergrund und fielen – für das Publikum gut sichtbar – herunter.

Die Reaktion

Hier zeigt Theresa May, wie es nicht geht: Sie ignoriert die abstürzenden Buchstaben im Bühnenhintergrund. Oder bemerkt sie sie gar nicht?

Der Profi-Tipp

Ignorieren ist immer nur die zweitbeste Wahl. Die Bühne und der Redner sind untrennbar verbunden. Alles, was im Hintergrund geschieht, hat hohe Symbolkraft. Deshalb müssen Sie dies aufnehmen. Ob es herunterfallende Buchstaben sind oder ausfallende Scheinwerfer, herabfallende Bilder – das Publikum wird schmunzeln, und Sie sind gut beraten, in das gemeinschaftliche Schmunzeln einzustimmen. Egal, wie banal es klingen mag – sagen Sie etwas dazu. Und sei es nur: „Was will mir dieser Scheinwerfer jetzt wohl sagen?“

Fazit: So meistern Sie Pannen-Reden

In Krisensituationen kommt es zusammengefasst auf diese goldenen Regeln an:

  • Haben Sie immer einen Plan B in der Tasche.
  • Wenn Sie emotional bewegt sind, formulieren Sie es – denn Emotionen lassen sich nicht verdrängen.
  • Seien Sie spontan – ignorieren Sie nicht, was um Sie herum passiert.
  • Und last but not least: Vergessen Sie das Lächeln nicht!

Der Artikel ist im Oktober 2017 auf Pressesprecher.com erschienen

Acht Anzeichen, dass ein Interview schlecht läuft

Stellen wir uns vor, Sie stehen kurz vor einem Interview. Gleich werden die Reporter zur Tür hereinkommen, und in dieser stillen Sekunde gehen Sie noch einmal in sich: Werden meine Botschaften für die Journalisten spannend sein? Werde ich verstanden werden? Werde ich unsere Unternehmenspläne gut verkaufen? Und natürlich: Wird die Redaktion die Story bringen?

Tatsächlich gibt es Anzeichen, die schon während des Interviews darauf hinweisen, ob etwas in die falsche Richtung läuft. Wenn Sie diese Zeichen erkennen, können Sie noch während des Gesprächs gegensteuern.

1. Der Reporter unterbricht Sie

Wenn es um ein TV- oder Radio-Interview geht, haben Journalisten sehr rigide Längenvorgaben. Nicht umsonst gibt es in Radio und TV den scherzhaften Spruch: „Du kannst über alles reden, nur nicht über 1’30!“ Will sagen: Ihre Antworten sind vermutlich zu lang. Also werden Sie kürzer! Beginnen Sie mit dem Wesentlichen, nicht mit dem Ersten. Fünf bis sechs Sätze pro Antwort sind meistens genug. Das gilt auch im Zeitungs-Interview. Gekürzt wird im Journalismus bekannterweise vom Ende her.

2. Der Reporter wirkt genervt

… und unterbricht Sie deshalb. Oder er rutscht ungeduldig auf dem Stuhl herum? Vielleicht hat er spannendere Aussagen von Ihnen erwartet. Es ist ein Unterschied, ob Sie um ein Interview gebeten werden oder ob Sie das Interview Ihrerseits arrangiert haben. Wenn man bei Ihnen angefragt hat,  rechnet der Journalist an bestimmten Stellen mit rhetorischen Ausweichmanövern – Zooming, Bridging und anderen Finessen. Wenn aber Ihre Pressestelle das Interview angeboten hat, verärgern Sie den Journalisten, wenn Sie keinen Klartext reden. Und übrigens: Fachsprache wird nicht als Kompetenzausweis verstanden, sondern als Arroganz.

3. Der Reporter kreist immer um dasselbe Thema

Möglichkeit eins: Ihm reichen Ihre entsprechenden Aussagen nicht aus. Jetzt besteht die Gefahr, dass er dieses Interview überhaupt nicht verwendet oder wütend über Ihr Gebaren schreibt. Fragen Sie ihn ruhig, worauf er hinaus will. Aber bleiben Sie ruhig und sachlich. Vielleicht müssen Sie auch erklären, dass es zu diesem Thema nicht mehr zu sagen gibt.

Möglichkeit zwei: Haben Sie sich vielleicht verquatscht? Manches mag aus kaufmännischer Sicht konsequent und richtig wirken, ist aber nach außen schlagzeilenträchtig. Zum Beispiel: Standort-Schließung, Kurzarbeit, Arbeitsplatzabbau. Haben Sie unwillentlich die Katze aus dem Sack gelassen?

4. Der Reporter lässt Sie reden und stellt keine Fragen

Wenn Sie Ihre Unternehmens-„Bombe“ platzen lassen, aber sich im Gesichtsausdruck Ihres Gegenübers nichts verändert, kann das folgende Gründe haben: Sie haben es zu kompliziert formuliert, oder Sie haben nicht erklärt, warum es in Ihrer Branche ein Knaller ist. Scheuen Sie sich nicht, Ihre Botschaft noch einmal im Detail zu erläutern. Journalisten sind nur selten genauso tief im Stoff wie Sie.

Weitere Möglichkeit: Die Konkurrenz war schneller als Sie. Journalisten möchten über etwas berichten, das neu ist oder anders als üblich. Alles andere, so meinen sie, langweilt die Leserschaft.

5. Der Reporter versteht Ihre Antwort mehrfach falsch

Solche Missverständnisse bemerken Sie oft nur, weil der Reporter Ihre Antwort aufgreift und daraus eine Frage ableitet. Wenn Sie ahnen, dass hier etwas falsch verstanden wurde, stellen Sie dies sofort klar. Was Sie hier und jetzt im Interview nicht berichtigen, landet schief im Blatt. Scheuen Sie sich nicht, auf Ihrer Erklär-Ebene noch einmal „einen Gang runterzuschalten“.

6. Der Reporter dämmert weg

Das passiert gern in Round-Table-Gesprächen mit mehreren Journalisten. Häufig liegt der Grund dafür gar nicht in den Antworten, sondern in der Verbindung zu den Zuhörern. In Gruppengesprächen ist es wie in Vorträgen: Man muss einen Draht zu den Zuhörern aufbauen und aufrechterhalten. Zum Beispiel durch Gegenfragen oder Denkanstöße.

Übrigens gilt in jeder Interview-Situation: Wenn Ihr Gegenüber aktiv zuhört und Sie es ihm im Gesicht ansehen, dann ist alles in Ordnung.

Dennoch kann auch dies noch passieren:

7. Der Reporter richtet seine Story anders aus als erwartet

Journalisten ordnen nun einmal ein. Sie rücken denjenigen Bereich ins Licht, der im thematischen Umfeld am neuesten oder überraschendsten wirkt. Haben Sie den journalistischen Wert Ihrer Informationen realistisch genug beurteilt? Und: Haben Sie das Thema vorab gut genug mit der Redaktion besprochen? Journalisten sind sehr wohl bereit, zusammen mit Ihnen einen guten Bericht zu konzipieren.

8. Der Reporter bringt die Story nicht

Jetzt ist natürlich die Enttäuschung groß! Fragen Sie ruhig in der Redaktion nach den Gründen. Es kann jederzeit passieren, dass etwas Bahnbrechendes die Nachrichtenlage komplett über den Haufen wirft und Ihre Story in die nächste Ausgabe schiebt. Da können Sie sich noch so gut mit dem Journalisten verstanden haben. Und falls es an einem der obigen Punkte gelegen haben könnte, sehen Sie es als persönliche Lernkurve.

Dieser Artikel ist im September 2017 auf Pressesprecher.com erschienen

Fünf Dinge, die Sie über Journalisten wissen sollten

„Oh Gott! Da ist schon wieder diese Journalistin am Telefon! Kann man die nicht abwimmeln?“ Nicht dass wir uns missverstehen: Journalisten sind dazu da, unsere Gesellschaft transparent zu halten. Wenn ein Unternehmen in die Krise gerät, kann dies von  hohem öffentlichem Interesse sein. Dann wollen und müssen Medien darüber berichten.  Aber sie sind auch Wirtschaftsunternehmen, die um Auflage und Quoten kämpfen.  In ihnen arbeiten Menschen, die genau so anfällig für Missverständnisse und  Spekulationen sind wie jeder andere auch. Wenn Ihr Unternehmen in die Krise gerät, werden Journalisten darüber berichten wollen. Und es liegt in Ihrer Hand, wieviel Wahrheit und Klarheit man darin finden wird.  Deshalb finden Sie hier fünf Dinge, die Sie über Journalisten wissen sollten:

  1. Man kann Journalisten nicht vom Berichten abhalten. Und sie lassen sich nichts diktieren. Aber je mehr Informationen Sie herausgeben, desto wahrer ist die Berichterstattung. Und desto eher werden Sie als „Thema“ für die Redakteure ausgereizt sein. Wenn Sie aber kommunikativ in Deckung gehen, verschärft dies das Misstrauen und schürt Spekulationen. Dann kommen die Reporter erst recht. Denn solange sich eine Krise entwickelt,  schreiben die Redaktionen Fortsetzungsgeschichten  – ob mit oder ohne Ihre Unterstützung. Da ist es doch besser, wenn sie auf Ihre Informationen und Ihr Hintergrundmaterial zurückgreifen können statt auf Mutmaßungen, oder? Sind Sie darauf vorbereitet?
  2. Journalisten klopfen gern einfach einmal auf den Busch, beziehungsweise schütteln den Baum. Mal sehen, ob etwas Verwertbares herunterfällt. Das tun sie im Dienste der Wahrheit und Klarheit, aber auch für Quote und Auflage. Sei es im Sommerloch oder im Konkurrenzdruck. Wenn Sie also genau über das Geschehen in Ihrem Unternehmen Bescheid wissen und Ihre Kernbotschaften formuliert haben,  dann widerstehen Sie dem Baumschütteln leichter. Tatsächlich haben viele Unternehmen ihre Kernbotschaften noch gar nicht definiert. Kennen Sie Ihre?  Und übrigens: Nicht jeder Journalist hat vorab gründlich recherchiert. Schnelligkeit geht vor. Es kann passieren, dass Sie in Ihrer Antwort die Unebenheiten der Frage erst noch glattziehen müssen.
  3. Man kann mit Journalisten verhandeln. Wenn ein Magazin eine längere Story über Sie plant, und wenn Sie wissen, dass Sie demnächst etwas Wissenswertes zu bieten haben, dann ist die Redaktion vielleicht bereit, die Story zu verschieben. Wenn es aber um öffentlichkeitswirksame Negativ-Ereignisse geht, lassen sich Journalisten das Berichten nicht ausreden. So sarkastisch es klingt: helfen kann da nur noch das Unglück anderer. Denn jedes Medium hat für seine Berichterstattung nur begrenzten Platz zur Verfügung.
  4. Freche Fragen gehören für Journalisten zum guten Ton. Das meinen sie gar nicht persönlich – meistens jedenfalls nicht. Es ist das Publikum, das sich Brot und Spiele wünscht. Aufstieg und Fall einer Person oder einer Firma – daraus strickt man die schönsten Geschichten! Zudem sehen sich viele Journalisten auf der Seite der Schwachen, der Kleinen, des Volkes usw. Das ergibt sich schon aus der Rolle als Vierte Gewalt, die ihnen die Demokratie zuschreibt. Der Vergleich zu Robin Hood ist nicht fern. Wer sich als ‚Anwalt‘ seines Publikums versteht, der sieht fast automatisch alles mit Skepsis, was groß, mächtig, reich oder staatlich ist. Da ist es zweitrangig, ob der Journalist für das Regionalblättchen arbeitet oder für das große Wirtschaftsmagazin.
  5. Die Krise der Konkurrenz ist auch Ihre Krise. Mit Blick auf Hintergrundberichterstattung und Faktenfortschreibung weiten Redakteure die Thematik immer weiter aus. Nach den ersten Berichten folgt bald die „zweite Welle“. Da wird dann geschaut, wie eigentlich Konkurrenten, Branchen-Nachbarn und andere Stakeholder Wenn Sie dann Ihre Kernbotschaften formuliert haben, genug „Pressefutter“ bereithalten und die Interviewsituation geprobt haben, wissen Sie auch auf freche Fragen eine besonnene  Antwort.

Dieser Artikel ist im Dezember 2015 auf Pressesprecher.com erschienen.