Scherzbolde könnten behaupten: das Mikrofon in der Mitte. Stimmt! Aber wenn man das Mikrofon durch Kugelschreiber und Schreibblock ersetzt, ist der Unterschied schon nicht mehr so klar. Ärzte und ihre Patienten, Architekten und ihre Kunden, Vorgesetzte und ihre Mitarbeiter – sie alle führen mitunter Gespräche miteinander, in denen sie ähnliche Interessen verfolgen wie Interviewpartner und Interviewer.

Der Fragende will die „absolute Wahrheit“ wissen, das Thema ist emotionalisiert, Vorwürfe liegen in der Luft.  Der Befragte hingegen möchte seine Sicht der Dinge schildern und fühlt sich missverstanden.

Da kann man sich vom Interviewtraining vieles abgucken: Auch hier geht es darum, die eigene Kernbotschaft einbringen zu können, sachlich zu bleiben, verständlich zu formulieren, Missverständnisse zu verhindern.

Dazu stellen sich als Vorbereitung folgende Fragen :

– Wie lauten die Kernbotschaften, die ich unbedingt vermitteln will?

– Wie gelingt es mir, diese Botschaften anschaulich darzustellen?

– Welche Fragen wird mir mein Gegenüber vermutlich stellen? Welche Einstellung hat er zu meinem Thema? Unter Umständen     beeinflusst dies wiederum die Wahl meiner Kernbotschaften.

– Wie gelingt es mir, ihn bei seinen Fragen „abzuholen“?

– Wie funktionieren die Methoden, aus einer heiklen Frage eine akzeptable Antwort zu machen?

Sobald all dies geklärt und  – gegebenenfalls  – geübt ist, kommen beide Gesprächspartner sicherlich schneller zum Ziel.